Gehölzschnitt

Das wichtigste beim Gehölzschnitt ist, die Zielsetzung zu kennen.
Hier sind die wichtigsten Ziele aufgeführt:

  • Sicheres und gutes Anwachsen
  • Förderung des Längenwachstums (vegetatives Wachstum)
  • Förderung der Blüte & Frucht (generatives Wachstum)
  • Förderung der Wuchsform
  • Förderung der Lebenserwartung
  • Förderung der Sicherheit

Grundsätzlich werden 5 Schnittmaßnahmen unterschieden:

Pflanzenschnitt

Ballenlose Gehölze erhalten einen kräftigen Rückschnitt, damit die Pflanze buschiger austreibt und sich besser aufbaut. Ziersträucher mit aufrechtem Wuchs, z.B. Forsythie oder Goldregen, Rückschnitt ca. um die Hälfte der Trieblänge. Dabei sollte man eine pyramidale Form anstreben. Niedrige Ziersträucher mit buschigem Wuchs, z.B. Fingerstrauch, viele Heckenpflanzen, gleichmäßiger Rückschnitt um mindestens 2/3 der Trieblänge.

Ziersträucher mit straff aufrechtem oder hängendem Wuchs: Seitentriebe stärker, Spitzentrieb um die Hälfte einkürzen. Ziergehölze mit Ballen und Nadelgehölze sollten nicht geschnitten werden.

Erziehungs- oder Aufbauschnitt

Bei baumartigen Gehölzen muss man immer die Stammverlängerung fördern (nicht herausschneiden) und die Seitenzweige entsprechend kürzen.
Die natürliche Wuchsform ist der Heister oder Stammbusch, bei dem nur die zu dichten oder störenden Zweige entfernt werden.
Der Hochstamm muss erzogen werden. Die seitlichen Zweige werden entfernt bzw. kurz gehalten. Konkurrenztriebe in der Stammverlängerung sind zu beseitigen, damit es nicht zu Gabelungen oder Trichterkronen kommt.

Erhaltungsschnitt

Bei Bäumen ist es das Wichtigste, nicht einfach herumzuschneiden. Das Augenmerk richtet sich darauf, dass sich keine Konkurrenztriebe entwickeln, also keine Gabelungen oder senkrechte Wasserschosse. Störende Äste ganz herausnehmen.
Bei Sträuchern ist vor allem das Auslichten wichtig. Die Häufigkeit und Art des Schnittes hängt von den Blütenverhältnissen ab. Weitere spezielle Information über Ihre Pflanze holen Sie sich am besten bei unseren Gärtnern.

Verjüngungsschnitt

Man versteht darunter ein kräftiges Zurückschneiden ins alte Holz. Diese Gewaltkur einer Verjüngung ist nicht erforderlich, wenn der Erhaltungsschnitt regelmäßig durchgeführt wird. Sträucher treiben im Allgemeinen wieder gut aus und erreichen schnell wieder ihre gewünschte Form. Nicht alle Sträucher vertragen den völligen Rückschnitt. Vorsicht ist geboten bei Goldregen, Zierapfel, Ginster, etc. Man sollte hier - und immer, wenn man sich nicht ganz sicher ist - die Verjüngung auf mehrere Jahre verteilen.
Von den Nadelgehölzen kann man nur die Eibe so stark zurückschneiden, dass man von einer Verjüngung sprechen kann.

Heckenschnitt

Neu gepflanzte Heckenpflanzen müssen auf jeden Fall zurückgeschnitten werden, damit sie sich von unten an gut verzweigen. Will man später eine immer sauber aussehende "mauerartige" Hecke haben, muss mindestens zweimal jährlich geschnitten werden. Es ist zweckmäßig, die Hecke nicht ganz senkrecht zu schneiden, sondern leicht schräg nach innen geneigt. Bei Nadelgehölzen (außer Eibe) darf nur im grünen Holz geschnitten werden. Schneidet man in mehrjähriges Holz, treibt dieses nicht mehr aus.

Entscheidend für das Ergebnis des Schnittes sind:

Zeitpunkt des Schneidens

Winterschnitt (Vegetationsruhe)

Der Winterschnitt erfolgt von Oktober bis Ende März. Geschnitten werden sollte
bei einer Temperatur über +5 Celsius.
Es folgt ein starkes Längenwachstum (vegetatives Wachstum).

Frühsommerschnitt

Der Frühsommerschnitt erfolgt von Ende Mai bis Anfang Juli.
Es folgt ein schwächeres Längenwachstum. Mehr Nebentriebe werden gebildet
(auf den Nebentrieben sitzen die Blütenknospen).

Art des Schneidens

Beim Schneiden sollte man immer darauf achten, dass das Auge nach außen schaut.

Langer Schnitt

Beim langen Schnitt wird wenig weggeschnitten und die Triebe bleiben länger. Es folgt ein schwächeres Längenwachstum. Mehr Nebentriebe werden gebildet.

Kurzer Schnitt

Beim kurzen Schnitt wird stark zurückgeschnitten. Es folgt ein starkes Längenwachstum (vegetatives Wachstum).