Biotop- und Schwimmteichbau

Wasser zieht uns seit jeher magisch an. Wasser spendet Leben und beeinflusst unsere Stimmungen und Gefühle auf einzigartige Weise. Wasser steht für Entspannung, Anregung, Zeitlosigkeit und es gibt uns die Möglichkeit, die Vielfalt der Natur zu genießen, uns fit zu halten und Spaß zu haben. 
Wasser belebt in jeder Form. Ob eine Vogeltränke, ein kleiner Springbrunnen, bis hin zum Schwimmteich oder Naturpool, Wasser im Garten zu haben ist immer etwas Wundervolles.

Biotop, Schwimmteich oder vielleicht doch einen Naturpool? Jeder dieser drei Typen von Gewässern hat seine gewissen Vorteile. Aber ein ausschlaggebendes Merkmal haben sie gemeinsam – kein Einsatz von Chemie und damit eine Verringerung des Allergierisikos. Die Wasseraufbereitung erfolgt ausschließlich biologisch durch Planktonbildung und Sedimentation, oder durch die Mikrobiologie in einem durchströmten Kiesfilter mit definierten Kornfraktionen und Schichtabfolgen.

Ein biologisches Gewässer in Ihrem Garten bietet Ihnen ein außergewöhnliches, ganzjähriges Naturerlebnis, welches vielseitig nutzbar ist.

 

Schwimmteich oder Naturpool

Seit der Einführung der Ö-Norm L1128 am 1. Mai 2013 wird unabhängig von der optischen Gestaltung zwischen Schwimmteichen und Naturpools unterschieden. Die Begriffe Schwimmteich und Naturpool beschreiben nur die Art der Wasseraufbereitung. Sie haben nichts mit dem Aussehen des Teiches zu tun. Ein Schwimmteich kann eckig und ein betoniertes Pool sein, ein Naturpool kann auch organisch gestaltet sein.

Schwimmteich

Schwimmteiche sind künstlich angelegte Badegewässer, die der reichhaltigen Natur von Weihern nachempfunden sind. Ein typische Merkmal sind Artenvielfalt und üppiges Pflanzenwachstum. Sie verfügen über keinen permanenten Zu- oder Abfluss, lediglich die Verdunstung wird durch Nachfüllen ausgeglichen. Die Nährstofflimitierung / Wasseraufbereitung erfolgt über Sedimentation in Regenerationsbereichen durch Plankton sowie durch direkte Nährstoffaufnahme von Unterwasserpflanzen aus dem Wasser. Um Sedimentationsprozesse beim Schwimmbetrieb nicht zu stören, sind Abgrenzungen zwischen Nutzbereich und Regenerationszone unerlässlich.

Man unterscheidet 3 Arten von Schwimmteichen

Der Typ 1 kommt gänzlich ohne Pumpe aus und benötigt für ein stabiles Gleichgewicht eine ausreichende Größe, ein entsprechendes Wasservolumen und mindestens 50% der Gesamtwasserfläche als Regenerations- / Sedimentationszone.

Beim Typ 2 wird zusätzlich ein Oberflächenskimmer eingesetzt, der schwimmende Grobteile wie Laub oder Blütenblätter sammelt.

Schwimmteiche des Typs 3 sind mit zwangsdurchströmten Pflanzzonen und/oder Langsamfiltern ausgestattet. Langsamfilter filtern feinste Partikel aus dem Wasser und werden zum Beispiel auch in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. In diesen Filtern werden organische Substanzen abgebaut und die Nährstoffe nicht eingelagert. Anschließend müssen die gelösten Nährstoffe gebunden werden (z.B. durch Pflanzzonen).

Der Nährstoffaustrag erfolgt über Entfernung von Biomasse (Keschern, Skimmer entleeren, Schnitt von Unterwasserpflanzen im Sommer, Schnitt der Sumpf- und Röhrichtpflanzen im Herbst oder Frühjahr) sowie durch periodisches Absaugen des Schwimmbereiches.  Bei Typ 2 und 3 müssen auch die Pumpen gewartet, gegebenenfalls im Herbst winterfest und im Frühjahr wieder einsatzbereit gemacht werden.

Naturpool

Naturpools sind unabhängig von der Gestaltung künstliche Badegewässer. Die biologischen Vorgänge entsprechen einem nährstoffarmen Fluss (Traun, Ischl, Lammer,...). Die Wasseraufbereitung erfolgt über Schnellfilter. In diesen entstehen auf großen Oberflächen Biofilme, die organische Substanzen unter sauerstoffreichen Bedingungen zerlegen und die freigesetzten Nährstoffe speichern. Deshalb muss auch gewährleistet sein, dass die Filterbiologie gezielt entfernt (geerntet) werden kann, um einen kontrollierten Nährstoffaustrag zu ermöglichen. Je nach System werden unterschiedliche Materialien zur Aufzucht des Biofilms eingesetzt.

Der gesamte Naturpool ist sauerstoffversorgt, die Bildung von anaeroben Bereichen muss durch Bauweise und Pflegemaßnahmen verhindert werden.

Naturpools können wie ein Weiher mit natürlichen Ufern oder aber auch architektonisch ähnlich einem herkömmlichen Schwimmbad gestaltet werden. Pflanzen haben eine dekorative Rolle und tragen zur Nährstofffestsetzung kaum etwas bei. Da das limitierende (wachstumsbegrenzende) Element immer Phosphor sein muss, ist es nötig, Mangelnährstoffe wie Stickstoff, Kalium, Magnesium und andere nachzuliefern.

Der Nährstoffaustrag erfolgt über das Ernten des Biofilms, sowie über die mechanische Entfernung organischer Substanzen (Skimmer entleeren, Keschern, Laubschutznetz im Herbst), die regelmäßige Entfernung von Sedimenten (automatischer Bodenreiniger). Ebenso müssen regelmäßig Mangelnährstoffe ergänzt werden. Die wenigen Uferpflanzen werden im Frühjahr zurück geschnitten. Je nach Bauweise und System sind die Pumpen einzuwintern und zu warten. (Quelle: Verband Österreichischer Schwimmteich- und Naturpoolbau, 2016)

Ausstattungen für Schwimmteich und Naturpool

  • Quellstein
  • Bachlauf
  • Wasserfall
  • Beleuchtung
  • Gegenstromanlage
  • Solarbeheizung
  • Poolabdeckung oder –überdachung

Garantie für klares Wasser

  • Grenzwerte des Phosphatgehalts im Füll/Nachfüllwasser und der eingebauten Materialien dürfen nicht überschritten werden
  • Randeinträge von Oberflächenwasser vermeiden
  • Funktion von Kapillarsperren am Teichrand kontrollieren
  • Ansiedlung von Fischen und Wasservögeln verhindern
  • Tiefe und üppig bepflanzte Regenerationszonen
  • Gut funktionierende und gleichmäßig durchströmte Filter sicherstellen
  • Vorrangig oberflächennahe Zirkulation bzw. Wasserumwälzung
  • Verwendung ausschließlich phosphatfreier Dünger im Umfeld